Hochschulwahl: AStA zieht sämtliche Register
Die Wahlbeteiligung bei der diesjährigen Hochschulwahl liegt aktuell (Stand Mittwoch, 18 Uhr) bei mageren 15 %, gegen Mittag waren es wohl noch um die 10 %. Das hat den AStA veranlasst, an etliche „Verborgene Empfänger“ folgenden „Hilferuf“ zu versenden:
Betreff: Hilfe! Das K19 ist in Gefahr und die Shake Out muss leider ausfallen!
Hallo an Alle,
zur Zeit sind wieder Hochschulwahlen an der Uni Kassel. Leider liegt die Wahlbeteiligung erst bei rund 10%. Sollte die Wahlbeteiligung unter 25% bleiben, klaut uns die hessische Landesregierung bis zu 75% der studentischen Beiträge, dass Geld wird genutzt um Haushaltslöcher zu stopfen und kommt NICHT den StudentInnen zu Gute. Leider spiegelt diese Zwangshürde das Demokratieverständnis der Landesregierung.
Für das K19 wäre es existenzbedrohen, sollten nich genug leute wählen gehen. Alle Bereiche der studentischen Selbstverwaltung wären von den Kürzungen betroffen. Die BAFöG- und Sozialberatung, die Internationale Studierendenberatung, Semesterticket, Uni Partys, Carsharing, Autonome Referate, Cafe DesAStA, Fachschafenarbeit uvm. stünden vor dem Aus.
Wenn du Studentin/ Student an der Uni Kassel bist, dann beweg dich in eines der Wahllokale, die Mittwoch und Donnerstag zwischen 10h und 15h geöffnet haben, und gebt Eure Stimme ab. Es werden übrigens auch ungültige Stimmen als Wahlbeteiligung gezählt.
Wenn du StudenInnen an der Uni Kassel kennst nimm Sie mit zu Urne oder schick Sie hin!!!!
Helft uns und tragt zum Erhalt des K19 und der studentischen Selbstverwaltung bei, gebt Eure Stimme ab!!!
Weitere Infos bekommt ihr auf
www.asta-kassel.de
und
http://cms.uni-kassel.de/unicms/index.php?id=wahlenWenige Minuten Partizipation retten das K19 und vieles mehr.
Gruß
Das Kulturreferat des AStA Uni Kassel
Auf einem der Wahlplakate konnte man zu den Modalitäten der Wahl lesen, dass die 25%-Klausel den Fokus auf die Wahlbeteiligung statt die Inhalte lege. Diese Mail, die wahrscheinlich an einen größeren Personenkreis ging, unterstützt diese These. Das Unterfangen der Landesregierung, mit der 25%-Regelung die studentische Selbstverwaltung besser zu legitimieren, kann daher getrost als gescheitert angesehen werden: Bevor der Wähler sein Kreuz an der Urne abgibt, sollten eigentlich die Inhalte im Mittelpunkt stehen. Wie sagt man auf neudeutsch dazu: #fail
Bildungsstreik ohne Selbstreflexion?
Diese Stelle tut sich beim Lesen des Artikels Medien-Blog: Studentische Anonymiker prangern an auf: Nordhessische.de wurde ein Brief zugespielt, der im Namen des Bildungsstreiks an der Universität Kassel an den dgb gerichtet wurde. Die harsche Kritik der Bildungsstreikenden bezieht sich dabei auf einen Artikel eines selbst studierenden Redaktionsmitglieds, das schon 2006 die Studentenproteste medial begleitet hatte. Dieser Artikel beleuchtet durchaus auch kritisch einen „Trauermarsch“, bei dem mal wieder symbolisch die Bildung zu Grabe getragen worden ist.
Interessant ist bei dem Schreiben der angeblich für Bildung streikenden, dass keinerlei Selbstreflexion, keine inhaltliche Kritik an dem Artikel stattfindet, sondern einfach gegen die Grundkritik des Artikels geschossen wird. Zudem waren die Streikenden sehr schnell bei der Sache, Ross und Reiter ausfindig zu machen, ohne selbst Gesicht zu zeigen.
Wahrscheinlich hat die Titanic doch Recht … und warum kommt einem die ganze Geschichte vielleicht doch gar nicht so überraschend vor?
Spaß im Senat garantiert
So eben sickerte hier die Tagesordnung der nächsten Senatssitzung durch, die am kommenden Mittwoch ab 9 Uhr im Senatssaal, Raum 2101, in der Möncheberg 3 stattfindet. Besonders interessant dürfte nach der bekannten Tagesordnung Punkt 15 selbiger sein:
Umgang mit Rüstung und Militär an der Universität Kassel
Da war doch mal was …
Das geht ‘runter wie Öl
Auch in Kassel wird aktuell wieder für die Bildung gestreikt, der Hörsaal 1 ist besetzt, gestern waren das Rathaus und die Innenstadt an der Reihe. Gute 500 Aktive sind zwar in Relation zu fast 20.000 Studierenden nicht viel, aber
- es ist praktisch Winter
- und das Presseecho beachtlich
Der Kommentar in der heutigen HNA geht da wirklich wie Öl ‘runter:
Dieser Protest hat mehr verdient – sowohl Unterstützung als auch Erfolg.
„Zu allem Überfluss“ besteht jetzt auch eine wahnsinnig gute Chance für die Kritische Universität Kassel, aus dem Protest Kapital zu schlagen: Viele der streikenden Kommilitoninnen und Kommilitonen verstehen unter einer Universität tatsächlich einen Ort der universellen Lehre und des Lernens. Genau da setzt kritisches Denken an.
Langweiliges StuPa alle drei Wochen
Wie zu erfahren ist, findet nächste Woche schon die nächste StuPa-Sitzung statt und es könnte diesmal wirklich langweilig werden: Es steht kein einziger Antrag der Judäischen, vormals Jüdäischen Volksfront auf der Tagesordnung. Bei der letzten Sitzung waren zwar einige neue Gesichter anwesend, aber dafür fehlte bis auf den Vertreter der RAL die restliche Volksfront – vielleicht bereiten die gerade eine Namensänderung vor, wie wäre es denn mit „Volksfront von Judäa“ oder „Revolutionäre Front“ – Spalter! Jedenfalls sind ihre zwei Spaßanträge mal wieder nicht debattiert worden: „Absetzung des StuPa-Präsidenten“ und „Abschaffung binärer Geschlechterkonstruktionen“. Wobei da das StuPa-Präsidium durchaus souveräner hätte reagieren können: Ein unzulässiger Antrag gehört erst gar nicht auf die Tagesordnung. Apropos beleidigte Leberwurst: Nachdem der AStA mit dem Projektrat sein „Glanzstück“ ablieferte, ist der Vertreter der RAL dann auch mal wieder vorzeitig gegangen. Einmal das StuPa fast gesprengt und seitdem ist zum Schluss immer Ruh …
Zu den neuen Gesichtern im StuPa gehörten neben den Hochschul-Piraten, die sich mit ihrem Ruf nach der Abschaffung des Urheberrechts enttarnten, ein neuer Abgeordneter der Linken.SDS, das würde heißen, dass deren zur Judäischen Volksfront Abtrünniger wieder mit an Bord wäre. Statt Namensdiskussion (s.o.) also Auflösungserscheinungen? Es verspricht Langeweile für Mittwoch (und dann noch ein Haushalt).
Und dann waren da noch vermutlich engagierte Studierende, die sich für den Projektrat bewerben wollten und dann unverrichteter Dinge von dannen ziehen mussten, nachdem der AStA kleinlaut zugab, dass die Ausschreibung nicht vollständig angelaufen sei, sprich die gewünschten Fachschaftsvertreter waren nicht informiert. Wenn man sich allerdings überlegt, dass einige der Kandidaten nicht nur eine räumliche Nähe zum RAL-Abgeordneten hatten, vielleicht doch kein schlechtes Los. Wobei: Wenn auch Leute aus dem Umfeld der Kritischen Universität Kassel dabei waren, vielleicht würden die das mit Ressourcen des Projektrats auch schaffen, ihre Basis zu vergrößern und zu mehr Ernsthaftigkeit zu finden.
An die Genderer
Es gibt diese Kommilitonen, die alles mögliche „Gendern“ wollen und so beispielsweise die Umbenennung des Studentenparlaments (wie es im Hessischen Hochschulgesetz bezeichnet wird) in „Studierendenparlament“ fordern. In einer studentischen Satzung findet man dann häufig so etwas wie
… das Studentenparlament, im folgenden Studierendenparlament …
Woran allerdings wohl kaum einer dieser „Genderer“ denkt: Wo geht ihr denn mittags Essen oder kauft eure Brötchen (nicht den Kaffee, denn den gibt es im DesAStA)? Genau, beim, na, sagt es, Studentenwerk! So, jetzt ist es heraus.
Wäre das was für den Bildungsstreik?
Dass man an der Uni Kassel gerne auch moderne Techniken zur Kommunikation der eigenen Position verwendet, konnte man schon 2006 sehen: Beim Protest gegen Studiengebühren war schnell das (momentan immer noch nicht erreichbar) Blog www.protest-kassel.de geboren. Für den Bildungsstreik 2009 wurde die Seite wieder „recycled“ und auch die Kritische Uni Kassel hat ihren Internetauftritt mit Programmen und Positionen. Und während hier in den Kommentaren oder am Mittwoch auf der StuPa-Sitzung (mehr dazu demnächst) noch über den Bildungsstreik in Kassel diskutiert wird, lohnt ein Blick nach Österreich:
Dort gehen die Kommilitonen gerade gegen die Bildungspolitik und den Bologna-Prozess auf die Straße. Und wie damals in Hessen fällt manchem Politiker nichts Anderes ein, als Elitetruppen einzusetzen. Jedenfalls kann der Kasseler Bildungsstreik noch etwas von „down under“ lernen: Den forcierten Einsatz von Wikis, Twitter und Videos. Wobei es Kasseler Videos auch bei einschlägigen Plattformen geben dürfte. Dann bleibt ja nur noch die Frage, wie man in Kassel zur Öffentlichkeitsarbeit steht (falls der Kommilitone hier Recht hat).
(Un-) Kritische Universität Kassel? [Update]
Nach einem kleinen Zwischenfall hier war es doch einmal Zeit, sich die Vorstellung der Kritischen Universität Kassel (KUK) im neuen Dschungelbuch durchzulesen und den Spuren dort zu folgen, denn schließlich standen plötzlich ungeheuerliche Vorwürfe im Raum (kurz zusammengefasst):
- mit der flachen Hand in die Suppenschale zu hauen, das ist natürlich gelebte kritische Uni
- weltfremd vermutlich die Revolution herbeizusehen
- Undifferenziert, ausfallend, fundamental
Erst einmal fällt auf, dass der von obigem Kommentar angesprochene AStA der KUK im Dschungelbuch einen Platz im vorderen Teil zugewiesen hat, bei den Service- und Informationsangeboten für Studierende und nicht im hinteren Teil bei der Hochschulpolitik (in der dunklen Ecke
). Weitere Zusammenhänge sind auf den ersten Blick nicht erkennbar.
Kommen wir daher zur Eigendarstellung der KUK: Sowohl im Dschungelbuch als auch auf ihrer Webseite www.kritischeuni.de/, die gesetzeswidrig ohne Impressum ausgestattet ist, findet man mehrere AGs, deren Thematik allerdings noch nicht sehr breit ist: Anti-Militarismus sowie alles rund um „Aktionen“. Der RCDS würde sich freuen: Demonstrieren, um des Demonstrierens Willen. Aber es geht noch mehr: Ein Workshop Daten- und Internetsicherheit steht auf dem Plan. Interessanterweise passt das zu einem so genannten „Kompetenzblock“ eines in der Hochschulpolitik nicht unbekannten Spielers, nur die (Deck-?) Namen sind anders.
Was dann allerdings doch ein wenig zum oben genannten Kommentar passt, sind zwei schöne Zitate von der Webseite der KUK, die vielleicht doch etwas über die Selbstkritik auszusagen vermögen:
Wenn wir “freie Bildung” sagen, meinen wir das auch so. Auch in der Form soll es keine Begrenzung geben.
Und im Inhalt?
Es wird eine schicke Power-Point-Präsentation mit vielen Fotos geben!
Wir werden sehen, was von der KUK zu halten ist, ob sie mehr Studierende als zum Bildungsstreik animieren kann, wie frei ihr Bildungsbegriff ist – und, ob sie sich aktiv in die Hochschulpolitik einmischen wird.
Update
Der Ausblick aufs StuPa 2010 scheint Schmeißfliegen gerade zu anzuziehen, die Fäkalien werden in den Kommentaren geäußert. Damit wird die Sache mit der KUK immer mysteriöser: Nun gibt es hier schon zwei Kommentare, mit denen sich der Laden bestens diskreditiert (da fragt man sich, warum der AStA denen überhaupt Platz im Dschungelbuch einräumt) – sofern sich denn tatsächlich KUK-Mitglieder hier geäußert haben. Noch mag man nicht daran glauben. Leute, hier gibt es die Chance, den Ruf zu retten (oder vollends zu verspielen, es liegt nicht an diesem Blog).
Quo Vadis, Neue Liste?
Es gab hier ja schon vor längerer Zeit eine frühe Einschätzung über das StuPa 2010 an der Universität Kassel und bereits damals war die Frage nach der Zukunft der Hochschulgruppe Die Neue Liste aufgetaucht. Tatsache ist, dass die Referenten dieser Gruppierung im AStA ordentlich mitarbeiten und in letzter Zeit wieder ihre Parlamentarier in StuPa-Ausschüssen gesehen worden sein sollen.
Tatsache ist aber auch, dass Die Neue Liste als einige der wenigen momentanen Hochschulgruppen sich nicht im Dschungelbuch vorstellt. Auf ihrer Webseite finden sich zudem nur alte oder gar keine Termine (siehe Daten der Hochschulgruppentreffen). Und auch die AStA-Beteiligung ist mittlerweile veraltet. Und das alles, obwohl die Verantwortliche sowohl für das Dschungelbuch als auch die Webseite der Liste immer noch aktiv ist.
Nur: Welchen Schluss können die hochschulpolitisch interessierten Studierenden an der Universität Kassel daraus ziehen? Wird es Die Neue Liste auch weiterhin noch geben oder hat sich Prinzip der „kritisch-informativ-objektiven, richtungsweisenden Autonomie“ überlebt?
Wobei auch das Beispiel RCDS zeigt, dass eine Hochschulgruppe „under construction“ nicht unbedingt erfolgreicher sein muss. Wir werden jedenfalls im Dezember spätestens erleben, was aus der Neuen Liste und ihren durchaus kompetenten Mitgliedern wird. Es ist schon vorstellbar, dass hinter den Kulissen bereits andere Hochschulgruppen im Gespräche mit bisherigen Listenmitgliedern sind.
P.S.: Wer ist im AStA eigentlich für Datenbankverbindungen zuständig?