So horchte 2010
Die „Statistikaffen von WordPress.com“ (englisches Original: The stats helper monkeys at WordPress.com
) haben Details über dieses Blog im Jahr 2010 zusammengetragen und präsentieren einen Überblick der „Blog-Gesundheit“ (blog health
):

The Blog-Health-o-Meter™ reads This blog is on fire! (nicht ganz)
Ein paar Zahlen

Ein „Hilfsaffe“ (
A helper monkey) wurde durch die vorliegende Statistik zu diesem abstrakten Bild inspiriert.
In einer Boeing 747-400 können 416 Passagiere Platz finden. 2010 haben rund 1900 Menschen dieses Blog gelesen. Das sind also gut fünf voll besetzte 747.
2010 gab es 8 neue Einträge, so dass das Blog nun 24 Beiträge umfasst.
Aktivster Tag des Jahres war der 27. Januar mit 63 Lesern. Die meisten von ihnen interessierten sich für den Eintrag Bildungsstreik ohne Selbstreflexion?
Wie fanden die Leser hier her?
Die meisten Leser kamen 2010 via phgkassel.webspace.my-tux.net (Kasseler Hochschulpiraten), identi.ca (Microblogging), studivz.net (soziales Netz), twitter.com (Microblogging) und fachschaft02.wordpress.com (Fachschaft 02).
Besucher, die via Suchmaschine den Horchposten ansteuerten, suchten nach kritische uni kassel, jüdäische volksfront, geronimo bittner, fraktionsaustritt und kasseler studentenforum.
Attraktionen 2010
Die folgenden Einträge wurden 2010 am meisten gelesen:
- Bildungsstreik ohne Selbstreflexion? Januar 2010
11 Kommentare - Alter AStA bastelt an neuer Satzung Februar 2010
12 Kommentare - (Un-) Kritische Universität Kassel? [Update] Oktober 2009
7 Kommentare - Hochschulwahl: AStA zieht sämtliche Register Januar 2010
3 Kommentare - Erster Ausblick aufs StuPa 2010 August 2009
34 Kommentare
Wort zum Dienstag
Aus dem Impressum der Kritischen Uni Kassel:
Hinweis für Menschen, die uns unbedingt darauf hinweisen müssen, dass dieses Impressum angeblich rechtswidrig sei: Hört bitte auf uns zu nerven. Wir haben Wichtigeres zu tun.
Wichtigeres wie z.B. sich über die so genannte Impressumspflicht zu informieren:
Wie sich aus § 55 I Rundfunkstaatsvertrag (RStV) ergibt, trifft einen Anbieter somit nur dann keine Impressumspflicht und er kann seine Webseite völlig anonym ins Internet stellen, wenn sein Angebot ausschließlich persönlichen oder familiären Zwecken dient.
Hierunter zählen insbesondere Inhalte, die passwortgeschützt sind und das Passwort nur an Bekannte und Verwandte weitergegeben wird, Inhalte aus dem engsten persönlichen Lebensbereich, bei denen ein berechtigtes Interesse Dritter an der Identität des Websitebetreibers nicht existiert oder wenn der Erfassung der Webseite durch Suchmaschinen in Metatags oder in einer robots.txt-Datei widersprochen wird und der Inhalt dem persönlichen Bereich entstammt.
Damit dürften die Anforderungen der Registry DENIC für eine Whois-Abfrage erfüllt sein:
Die in der whois-Abfrage ersichtlichen Domaindaten sind rechtlich geschützt. Sie dürfen nur zum Zwecke der technischen oder administrativen Notwendigkeiten des Internetbetriebs oder zur Kontaktaufnahme mit dem Domaininhaber bei rechtlichen Problemen genutzt und ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis der DENIC eG weder elektronisch noch in anderer Art gespeichert werden.
So kann die KUK anonym ihrer Arbeit nachgehen. Anonymität ist allerdings ein zweischneidiges Schwert: Sie schützt die Aktiven vor Spitzeln, sie schützt aber auch Spitzel selbst. Und nächste Woche können wir dann die KUK-Interna bei Wikileaks lesen …
Das geht ‘runter wie Öl
Auch in Kassel wird aktuell wieder für die Bildung gestreikt, der Hörsaal 1 ist besetzt, gestern waren das Rathaus und die Innenstadt an der Reihe. Gute 500 Aktive sind zwar in Relation zu fast 20.000 Studierenden nicht viel, aber
- es ist praktisch Winter
- und das Presseecho beachtlich
Der Kommentar in der heutigen HNA geht da wirklich wie Öl ‘runter:
Dieser Protest hat mehr verdient – sowohl Unterstützung als auch Erfolg.
„Zu allem Überfluss“ besteht jetzt auch eine wahnsinnig gute Chance für die Kritische Universität Kassel, aus dem Protest Kapital zu schlagen: Viele der streikenden Kommilitoninnen und Kommilitonen verstehen unter einer Universität tatsächlich einen Ort der universellen Lehre und des Lernens. Genau da setzt kritisches Denken an.
Langweiliges StuPa alle drei Wochen
Wie zu erfahren ist, findet nächste Woche schon die nächste StuPa-Sitzung statt und es könnte diesmal wirklich langweilig werden: Es steht kein einziger Antrag der Judäischen, vormals Jüdäischen Volksfront auf der Tagesordnung. Bei der letzten Sitzung waren zwar einige neue Gesichter anwesend, aber dafür fehlte bis auf den Vertreter der RAL die restliche Volksfront – vielleicht bereiten die gerade eine Namensänderung vor, wie wäre es denn mit „Volksfront von Judäa“ oder „Revolutionäre Front“ – Spalter! Jedenfalls sind ihre zwei Spaßanträge mal wieder nicht debattiert worden: „Absetzung des StuPa-Präsidenten“ und „Abschaffung binärer Geschlechterkonstruktionen“. Wobei da das StuPa-Präsidium durchaus souveräner hätte reagieren können: Ein unzulässiger Antrag gehört erst gar nicht auf die Tagesordnung. Apropos beleidigte Leberwurst: Nachdem der AStA mit dem Projektrat sein „Glanzstück“ ablieferte, ist der Vertreter der RAL dann auch mal wieder vorzeitig gegangen. Einmal das StuPa fast gesprengt und seitdem ist zum Schluss immer Ruh …
Zu den neuen Gesichtern im StuPa gehörten neben den Hochschul-Piraten, die sich mit ihrem Ruf nach der Abschaffung des Urheberrechts enttarnten, ein neuer Abgeordneter der Linken.SDS, das würde heißen, dass deren zur Judäischen Volksfront Abtrünniger wieder mit an Bord wäre. Statt Namensdiskussion (s.o.) also Auflösungserscheinungen? Es verspricht Langeweile für Mittwoch (und dann noch ein Haushalt).
Und dann waren da noch vermutlich engagierte Studierende, die sich für den Projektrat bewerben wollten und dann unverrichteter Dinge von dannen ziehen mussten, nachdem der AStA kleinlaut zugab, dass die Ausschreibung nicht vollständig angelaufen sei, sprich die gewünschten Fachschaftsvertreter waren nicht informiert. Wenn man sich allerdings überlegt, dass einige der Kandidaten nicht nur eine räumliche Nähe zum RAL-Abgeordneten hatten, vielleicht doch kein schlechtes Los. Wobei: Wenn auch Leute aus dem Umfeld der Kritischen Universität Kassel dabei waren, vielleicht würden die das mit Ressourcen des Projektrats auch schaffen, ihre Basis zu vergrößern und zu mehr Ernsthaftigkeit zu finden.
Wäre das was für den Bildungsstreik?
Dass man an der Uni Kassel gerne auch moderne Techniken zur Kommunikation der eigenen Position verwendet, konnte man schon 2006 sehen: Beim Protest gegen Studiengebühren war schnell das (momentan immer noch nicht erreichbar) Blog www.protest-kassel.de geboren. Für den Bildungsstreik 2009 wurde die Seite wieder „recycled“ und auch die Kritische Uni Kassel hat ihren Internetauftritt mit Programmen und Positionen. Und während hier in den Kommentaren oder am Mittwoch auf der StuPa-Sitzung (mehr dazu demnächst) noch über den Bildungsstreik in Kassel diskutiert wird, lohnt ein Blick nach Österreich:
Dort gehen die Kommilitonen gerade gegen die Bildungspolitik und den Bologna-Prozess auf die Straße. Und wie damals in Hessen fällt manchem Politiker nichts Anderes ein, als Elitetruppen einzusetzen. Jedenfalls kann der Kasseler Bildungsstreik noch etwas von „down under“ lernen: Den forcierten Einsatz von Wikis, Twitter und Videos. Wobei es Kasseler Videos auch bei einschlägigen Plattformen geben dürfte. Dann bleibt ja nur noch die Frage, wie man in Kassel zur Öffentlichkeitsarbeit steht (falls der Kommilitone hier Recht hat).
(Un-) Kritische Universität Kassel? [Update]
Nach einem kleinen Zwischenfall hier war es doch einmal Zeit, sich die Vorstellung der Kritischen Universität Kassel (KUK) im neuen Dschungelbuch durchzulesen und den Spuren dort zu folgen, denn schließlich standen plötzlich ungeheuerliche Vorwürfe im Raum (kurz zusammengefasst):
- mit der flachen Hand in die Suppenschale zu hauen, das ist natürlich gelebte kritische Uni
- weltfremd vermutlich die Revolution herbeizusehen
- Undifferenziert, ausfallend, fundamental
Erst einmal fällt auf, dass der von obigem Kommentar angesprochene AStA der KUK im Dschungelbuch einen Platz im vorderen Teil zugewiesen hat, bei den Service- und Informationsangeboten für Studierende und nicht im hinteren Teil bei der Hochschulpolitik (in der dunklen Ecke
). Weitere Zusammenhänge sind auf den ersten Blick nicht erkennbar.
Kommen wir daher zur Eigendarstellung der KUK: Sowohl im Dschungelbuch als auch auf ihrer Webseite www.kritischeuni.de/, die gesetzeswidrig ohne Impressum ausgestattet ist, findet man mehrere AGs, deren Thematik allerdings noch nicht sehr breit ist: Anti-Militarismus sowie alles rund um „Aktionen“. Der RCDS würde sich freuen: Demonstrieren, um des Demonstrierens Willen. Aber es geht noch mehr: Ein Workshop Daten- und Internetsicherheit steht auf dem Plan. Interessanterweise passt das zu einem so genannten „Kompetenzblock“ eines in der Hochschulpolitik nicht unbekannten Spielers, nur die (Deck-?) Namen sind anders.
Was dann allerdings doch ein wenig zum oben genannten Kommentar passt, sind zwei schöne Zitate von der Webseite der KUK, die vielleicht doch etwas über die Selbstkritik auszusagen vermögen:
Wenn wir “freie Bildung” sagen, meinen wir das auch so. Auch in der Form soll es keine Begrenzung geben.
Und im Inhalt?
Es wird eine schicke Power-Point-Präsentation mit vielen Fotos geben!
Wir werden sehen, was von der KUK zu halten ist, ob sie mehr Studierende als zum Bildungsstreik animieren kann, wie frei ihr Bildungsbegriff ist – und, ob sie sich aktiv in die Hochschulpolitik einmischen wird.
Update
Der Ausblick aufs StuPa 2010 scheint Schmeißfliegen gerade zu anzuziehen, die Fäkalien werden in den Kommentaren geäußert. Damit wird die Sache mit der KUK immer mysteriöser: Nun gibt es hier schon zwei Kommentare, mit denen sich der Laden bestens diskreditiert (da fragt man sich, warum der AStA denen überhaupt Platz im Dschungelbuch einräumt) – sofern sich denn tatsächlich KUK-Mitglieder hier geäußert haben. Noch mag man nicht daran glauben. Leute, hier gibt es die Chance, den Ruf zu retten (oder vollends zu verspielen, es liegt nicht an diesem Blog).