Die pöhsen Linken im AStA
Einfach herrlich ist die Vorstellung des Rings Conservativ Deutscher Studenten (RCDS) im brandneu aktuellen Dschungelbuch (Hervorhebungen vom Horchposten, typografische Fehler belassen):
Während alle anderen hochschulpolitischen Gruppen ihre Zeit sehr gerne mit Streiks und Demonstrationen verbringen, versucht der RCDS Kassel über den RCDS-Landesverband mit den Entscheidungsträgern in der Politik direkt ins Gespräch zu kommen- ohne dramatische Hau-Drauf-Rhetorik.
Der RCDS verkennt hierbei, dass man mit den genannten Protestformen die politischen Inhalte aus der Universität in die Gesellschaft trägt. Dass das den Conservativen nicht gefällt, kann man sich seit Andrea Ypsilantis Griff nach der Macht gut vorstellen, denn Roland Koch wurde für seine miese Bildungspolitik abgewählt. Wäre der Protest gegen Studiengebühren oder über die Zustände an Hessens Schulen nicht nach außen gedrungen, hätte Koch vielleicht immer noch seine bequeme absolut(istisch)e Mehrheit.
Auch scheint es für den RCDS unvorstellbar, dass Protest kein Selbstzweck ist. Der eigentliche Skandal ist jedoch gerade, dass man sich als Studierender so drastisch für die eigenen Interessen einsetzen muss, weil von der Politik aus so ein starker Gegenwind weht. In Ruhe und Eigenverantwortlich zu studieren – wer möchte das nicht?
Und natürlich auch sehr schön ist, wie sich der RCDS als einzige Hochschulgruppe mit Kontakt in die Politik darzustellen versucht. Aber auch die Jusos, die Grünen und Die Linke.SDS haben ihre „Entscheidungsträger“ in den Länderparlamenten. Dazu passt ja dann, dass die Conservativen seit über einem Jahr „under construction“ sind.
Der RCDS ist im Studierendenparlament der Uni Kassel meist die einzige echte Oppositionspartei. Während die Linke.SDS und die RAL meist mit dem AStA abstimmen, obwohl sie beide angeblich so kritisch sind, bleibt der RCDS die Stimme derer, die eine andere Politik wollen.
Wie diese „andere Politik“ allerdings aussieht, bleiben uns die Conservativen, die zum Schluss sogar ihre Maske abnehmen (wenn du … vielleicht sogar CDU- oder JU-Mitglied bist oder werden willst
) allerdings schuldig. Tatsache ist jedenfalls nach der gestrigen Nacht, dass diese „pöhsen Linken“ im AStA es immer wieder schaffen, aus Sicht des Horchpostens erfolgreiche Uniparties auf die Beine zu stellen, mit denen andere Posten des studentischen Haushalts finanziert werden können – allen Unkenrufen zum Trotz und mit gleichzeitiger Bedienung auch einer kleinen, alternativen Szene.